Wässerung

Nach der Belichtung wird die Platte gewässert, um die lichtempfindliche Substanz aus zu waschen und den Belichtungsprozess zu beenden. Dies geschieht (traditionell) in kaltem Wasser. Die niedrige Temperatur (bzw. der Temperaturunterschied) sorgt wohl für einen Schock an der Oberfläche (Gelatine), der das Runzelkorn entstehen lässt und auch die mechanischen Eigenschaften beim Drucken beeinflussen.

Die Angaben für die Temperatur bewegen sich zwischen „Eiswasser“ und zehn Grad Celsius. Eigene Tests zur Ermittlung der idealen Temperatur, auch auf Bezug auf die mechanischen Eigenschaften, folgen noch…

Über die Dauer der Wässerung(en) berichten Fachbücher „über Nacht in einem mit Zinkblech verkleideten Becken“ und Kollegen von „vier mal 15 Minuten“ in Küvetten.

 

Mein Ansatz

Optik und Logik sind die Parameter, mit denen ich mich dem Anspruch an reproduzierbare Prozesse genähert habe.

Das KaBi löst sich aus der Gelatine, wodurch die Platte klar(er) und das Wasser farbiger wird. Dieser Prozess lässt sich beobachten und ggf. auch mittels eines Densitometers messen.

 

(M)ein alternativer Ansatz ist, den TDS-Wert bei der Wässerung zu dokumentieren. Die Konzentration im Wasser steigt während der Wässerung und sollte sich nach dem Zeitraum x konstant bleiben. Dies wäre/ist der Punkt, an dem es nichts bringt, weiter zu wässern.

Ob dieser Prozess mit „Boardmittel“ messbar ist, gilt/galt es zu testen…

TDS-Wert

Der TDS-Wert ist ein chemischer Parameter und repräsentiert – als Abkürzung für den englischen Ausdruck ‚total dissolved solids‘ – die Gesamtheit aller in einem Lösungsmittel gelösten anorganischen und organischen Stoffe.

Gebräuchliche Einheiten zur Angabe der TDS-Wert sind ppm (Teile je einer Million Teile) und mg/L (mg pro Liter).

Ein TDS-Wert ist demnach ein rein quantitativer Wert für die Menge an Stoffen, die zum Beispiel in einer Wasserprobe gelöst sind; er läßt jedoch keinerlei Rückschlüsse auf Art und Eigenschaften dieser Stoffe zu.

Die TDS-Messung wird häufig zur Beurteilung der Wasserqualität zum Beispiel von Gewässern, Trinkwasser, Nutzwasser, Abwasser etc. herangezogen. Jedes dieser Wässer trägt von Natur aus oder aus technischen Gründen eine gewisse Menge an Stoffen mit sich. Bei natürlichen Gewässern hängt die Stoffmenge unter anderem von geologischen Faktoren ab; Meerwasser besitzt durch das darin gelöste Salz einen wesentlich höheren TDS-Wert, als Süßwasser. Und Trinkwasser sollte möglichst wenige Fremdstoffe enthalten.

    

https://www.internetchemie.info/chemie-lexikon/t/tds-wert.php

    

Die erste Wässerung dauert circa eine halbe Stunde, in der das Wasser mittels Strömungspumpe bewegt wird und sich deutlich orange färbt. Ein TDS-Sensor an der Platte zeichnet den Vorgang auf und zeigt nach ca. 30 Minuten konstante Werte. 

Das gebrauchte und nun kontaminierte Wasser wird in den Abwassertank abgepumpt bzw. mittels Schüttelschlauch abgesaugt. 

Dann erfolgt die zweite Wässerung mit frischem Wasser, die ca. zwei Stunden dauert. 

Länger zu wässern ist wohl unproblematisch. Der Lift hebt die Platte wieder aus dem Tank und die Platte kann abtropfen und trocknen.

Im Wässerungstank hat sich der Einsatz von Kunststoffsäcken bewährt, was die Vorteile hat, dass eine restlose Entleerung durch Herausnehmen des Sackes erfolgen kann, der Tank nicht gereinigt werden muss und Temperaturfühler und Licht nicht im (kontaminierten) Wasser sondern zwischen Plastikfolie und Tankwand platziert werden können.