LD2_Wässerung

 

 

Nach der Belichtung wird die Platte gewässert, um die lichtempfindliche Substanz aus zu waschen und den Belichtungsprozess zu beenden. Dies geschieht traditionell in kaltem Wasser.

 

In den Anfängen nutzte man primär ein mit Zinkblechen verkleidetes Wässerungsbecken und lies die Platte(n) über Nacht im Wasser stehen. Der Grund war wohl den Umständen geschuldet, dass es vor über 100 Jahren (ohne Elektrizität) sehr aufwändig war, kaltes Wasser zu erzeugen.

Im Winter wurden Eisblöcke hergestellt oder aber aus kalten Gebieten (Höhlen oder Gebirgen) importiert die dann in Kellern gelagert wurden. 

 

Auch das verwendete Wasser – also die Zusammensetzung bzw. Verunreinigung – bereitete seit den Anfängen teilweise Probleme. 

 

Heute kann und sollte man das anders lösen…

 

 

Standardisiertes Wasser

 

Da es bei LD2 darum geht, reproduzierbare Prozessor herzustellen, gilt es auch das Wasser zu standardisiert. 

Leitungswasser hat je nach Ursprung, Region und Aufbereitung, unterschiedliche Qualitäten. Zusätze wie Chlor oder Mineralien, Medikamentenrückstände oder auch Ablagerungen in Leitungen gilt es zu eliminieren. Gleiches gilt für Keime und Bakterien, die sich bei längeren Standzeiten bilden und in Gelatine einen idealen Nähbogen finden.

 

Durch den Einsatz einer Umkehrosmoseanlage werden mit verschiedenen Filtern Feststoffe (Sedimente), Mineralien (Kalk) und auch Zusätze (Chlor, Medikamentenrückstände) herausgefiltert. Herzstück der Anlage ist eine Membran, die auf molekularer Ebene das Wasser „aufspaltet“ und Moleküle, die größer sind als Wasser separiert.

 

Mit Hilfe eines Leitstrommessgerät wird der Salzgehalt ermittelt. Dieser lässt sich vor und nach der Filterung vergleichen. Bei mir wurden Werte von über 400 mg/l beim Leitungswasser und einstellige Werten nach der Filterung gemessen, was etwa einer 99%igen Reinigung entspricht. 

Das Verhältlich von Rein- zu Abwasser liegt bei etwa 1:1, was bedeutet, dass es die doppelte Menge Leitungswasser braucht als bei der Wässerung verwendet wird.

 

Die Filterkartuschen werden bei Bedarf gewechselt und entsorgt.

 

Um gleiche Ergebnisse bei der Wässerung zu erhalten und die Konzentration der Chemie im Abwasser gering zu halten, wird eine belichtete Platte zwei mal mit ca. 50 l Wasser behandelt. Als Faustregel gilt, dass bei einer Wässerung ca. 90% des KaliumDiChromat ausgewaschen werden. Wenn nun die erste Wässerung in kaltem und eine weitere bei Zimmertemperatur erfolgt, sinkt die Konzentration auf 0,1%. Bei 5 g KaBi (pro Platte) in 100l Wasser ergibt sich eine Konzentration, die (auch von entsprechender Stelle) als unbedenklich eingestuft wird.

 

Hier gilt es trotzdem eine Lösung zu finden, da eine geringe Menge Chemie im Wasser gelöst ist! Ich bin offen für Vorschläge und Wissen, was die Behandlung des kontaminierten Wassers angeht, da ich bei dem Thema im Chemieunterricht gerade Kreide holen war…

 

Mein Ansatz ist, das Waschwasser durch eine (weitere) Umkehrosmoseanlage zu leiten, um die darin befindliche Chemie zu filtern und dann als Feststoff (Filterkartusche) entsorgen zu können, was weniger problematisch ist. Versuche dazu stehen noch aus. 

 

 

Das (aufbereitet oder frische) Wasser wird in zwei Tanks, die jeweils 60 l fassen, dank kommunizierender Röhren geleitet. Durch stellen von Ventilen wird das Wasser in das Wässerungsbecken geleitet. Dieses fast circa 50 l. Wenn es kaltes Wasser braucht, wird es mittels einer Pumpe durch einen Durchlaufkühler (Zapfanlage) im Wässerungsbecken gekühlt. Ein Thermostat steuert den Prozess. Ist die Temperatur erreicht, wird die Pumpe entfernt und die Platte gleichmäßig mit einem Lift eingetaucht. Die erste Wässerung dauert circa eine halbe Stunde. Das gebrauchte und nun kontaminierte Wasser wird in den Abwassertank abgepumpt bzw. mittels Schüttelschlauch abgesaugt. 

Dann erfolgt die zweite Wässerung mit frischem Wasser, die zwei Stunden dauert. Der Lift hebt die Platte wieder an, so dass sie trocknen kann.